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Die Stadt lässt den Rest der Welt schon länger wissen, dass sie mehr zu bieten hat als nur Fussballstadien und die von Kuppeln dominierte Skyline des Roten Platzes. Neben den klassischen Zielen für Kulturjünger wie das Puschkin-Museum wird die lange Liste der Weltklassemuseen beinahe jedes Jahr um neue Sensationen erweitert.

Moskau hat den Trend, frühere Industrieflächen in Begegnungsorte zeitgenössischer Kunst zu verwandeln, verinnerlicht. Roter Oktober, Winzawod, Flakon und Artplay sind alles alte Fabriken, die Künstler und Designer umgewandelt haben, samt coolen Cafés und Clubs. Auch in Sachen Museen weht ein neuer Wind durch die Strassen Moskaus: Da ist zum Beispiel das Garage Museum, eines der herausragenden Museen für moderne Kunst, das von Roman Abramovichs Frau Dasha Zhukova gegründet wurde und 2015 in eine neue Location im Gorky Park umgezogen ist. Oder das nagelneue Museum des russischen Impressionismus, das in einer alten Süsswarenfabrik eine riesige Sammlung russischer Kunst des 19. Jahrhunderts zeigt.

Wer nur kurz in Moskau weilt, darf eines nicht versäumen: den Roten Platz! Denn hier – zwischen Kreml und Kaufhaus GUM, mit der Basilius-Kathedrale vor Augen – liegt Moskaus Herz. Besonders eindrucksvoll präsentiert sich der Platz im Dunkeln, wenn Kreml und GUM angeleuchtet sind. Wer etwas mehr Zeit mitbringt, dem sei ein Besuch des Kremls empfohlen mit Besichtigung des Palasts und des Kathedralenplatzes mit den Kirchen und seinen Zwiebeltürmchen. Fahren Sie mit der Metro, denn wer dies versäumt, war nicht in Moskau. Die Moskauer Metro geniesst zu Recht den Ruf der schönsten U-Bahn der Welt. Sie ist ein Beispiel für die Synthese verschiedener Kunstarten: Architektur, Skulptur, Stuckarbeit und Mosaik wirken zusammen und ergänzen einander harmonisch. Viele Stationen sind mit Wandtafeln aus Florentiner Mosaik geschmückt. Diese Technik stammt aus der Zeit der italienischen Renaissance, wurde nach Russland gebracht und erlebte hier ihre Blütezeit Dank der Vielfalt von Edel- und Halbedelsteinen, für die Russland berühmt ist. Alle 40 Sekunden fährt eine Metro. Schneller und günstiger kommt man in der Stadt der Staus nicht voran. Die Karten mit den farbigen Linien sind relativ übersichtlich. Zur Orientierung auf der Ringlinie gibt’s einen kleinen Tipp: In den im Uhrzeigersinn fahrenden Zügen erklärt eine männliche Stimme die Stationen, in den Zügen der Gegenrichtung – eine weibliche Stimme. Oder bummeln Sie den Boulevardring entlang, der sich auf 9 km wie ein Gürtel durch das Zentrum zieht – ein breiter Parkstreifen mit Bäumen, Bänken und Spielplätzen. Auch empfehlenswert ist eine Flussfahrt auf der Moskwa – zwischen Mai und September passiert das Boot die schönsten Sehenswürdigkeiten der Metropole, Zwiebeltürme und prunkvolle Gebäude inklusive. Zum Einkaufsbummel lohnt sich ein Gang über den Arbat, Moskaus Fussgängerzone, wo man alles findet, was das Herz begehrt: Souvenirhändler haben ihre Stände aufgebaut und die Auswahl gestaltet sich schwierig, die schönste Matrjoschka zu finden, Porträtmaler warten auf Kundschaft, Antiquitätenläden und Cafés laden zum Sehen und Gesehenwerden ein. Und natürlich darf ein Besuch des legendären GUM nicht fehlen - Shopping bis zum Umfallen - das für das neue Russland steht, aber in jahrhundertalter Architektur.

Wer genug vom Rummel hat, dem sei ein Ausflug zum Beispiel ins Dreifaltigkeits-Sergios-Kloster vor den Toren Moskaus empfohlen: das Herz der russisch-orthodoxen Kirche. Der Wallfahrtsort liegt 70 km von der Hauptstadt entfernt und ist in 80 Minuten gut mit dem Zug ab Bahnhof Jaroslawl erreichbar.

Mein Lieblingsort in Moskau ist die O2-Lounge im Ritz Carlton – im 12. Stock des Hotels liegt einem Moskau zu Füssen. Wenn man in den gemütlichen Sofas versinkt, scheinen die Kremltürme und goldenen Kuppeln der Kirchen zum Greifen nah. Ob mittags ein kleines Sushi-Menu, nachmittags einen Cappuccino oder abends einen Sundowner, die Atmosphäre auf der riesigen Terrasse ist schlichtweg nicht zu toppen.

 


So kommen Sie hin:
Nonstop ab Zürich mit Swiss

So kommen Sie herum:
Mit der Metro

Wie lange soll ich hin:
3 - 4 Tage

Beste Reisezeit:
ganzjährig

Highlights:
Roter Platz mit Kreml, GUM und Basilius-Kathedrale

Lecker essen:
O2-Lounge Ritz-Carlton

Hoteltipp:
Ararat Park Hyatt

Mehr Infos:
www.moskau.ru


Aufgezeichnet von Michael Bachmann
Weitere Reisebilder unter www.kissed-by-nature.com