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Sehenswürdigkeiten, Kultur und leckeres Essen. Und doch gerät Lissabon neben Zielen wie Rom oder Barcelona oft ins Hintertreffen. Zu Unrecht. Die portugiesische Hauptstadt hat unglaublich viel zu bieten. Von ägyptischen Artefakten im Museu Calouste Gulbenkian bis zu Pop Art im Museu Colecção Berardo quillt Lissabon fast über vor lauter spannender Museen. Nicht fehlen darf auch eine gemütliche Fahrt mit der nostalgischen Strassenbahn und ein Spaziergang durch die pittoreske Altstadt. Und wer Architektur des 21. Jahrhunderts mag, dem sei ein Besuch im Parque das Naçoes inklusive einem der weltweit grössten Aquarien empfohlen.

Wenn es um die Schönheit geht, können die wenigsten Städte bei diesem Supermodel mithalten, das sich über sieben wohlgeformte Hügel an den Ufern des Tejo erstreckt. Aber es sind nicht nur die Barockengel an den Häusern, die nostalgischen Remodelado-Strassenbahnen oder die entweder postindustriell-kühle oder rotsamtige Atmosphäre von Lissabons vielen Clubs – da ist auch noch etwas anderes. Die kunstvolle Art vielleicht, wie die glatt gescheuerten Pflastersteine der Alfama das Licht reflektieren oder von Strassenlaternen erleuchteten Gassen – das Gefühl jedenfalls, etwas Unvergessliches zu erleben. Vom futuristischen Oceanário im Parque das Nações bis zum aus dem Entdeckerzeitalter stammenden Torre de Belém: Lissabon bietet auch anspruchsvollsten Besuchern viel. Ein zielloser Spaziergang durch die Strassen allerdings kann hier mehr Erlebnis sein als das Abhaken von Sehenswürdigkeiten. Jedenfalls so ist es mir ergangen. Beginnen Sie mit einer Fahrt mit der nostalgisch schaukelnden Strassenbahn, die seit über 100 Jahren Lissabons Hügel erklimmt und sich quietschend durch die engen Altstadtgassen zwängt. Ab 10 Uhr bilden sich an den Haltestellen oft lange Warteschlangen; wer es einrichten kann, sollte früher fahren. Mit der Linie 28 geht’s durch die Altstadtviertel Graça und Alfama. Nicht selten trennen die Wagons nur wenige Zentimeter von der nächsten Hauswand. Steigen Sie aus und schlendern Sie durch die Gassen. Immer wieder gibt es grandiose Ausblicke über die Dächer Lissabons wie etwa beim Miradouro da Graça mit Terrassencafé. Probieren Sie Lissabons süssestes Geheimnis - ein Pastéis de Nata.

Der Stadtteil Belem im Westen von Portugals Metropole hat so einiges zu bieten und diesen können Sie auch gut per Velo erkunden. Fahrräder bekommen Sie bei Bikeiberia. Vom Zentrum aus geht’s immer dem Fluss entlang und schon in 30 Minuten erreicht man den Torre de Belém, einen Aussichtsturm im Mündungstrichter des Flusses Tejo, wo früher die ankommenden Handelsschiffe aus der Neuen Welt begrüsst wurden. Besuchen Sie auch Lissabons neuestes Architektur-Wahrzeichen, das Museu Arte Arquitetura Tecnologia, das sich weissglänzend über die Uferpromenade wölbt. Oder das Hieronymuskloster, ein Weltkulturerbe mit reich verzierter spätgotischer Kalksteinfassade, vor dem stets lange Schlangen stehen. Doch die längste aller Warteschlangen Lissabons befindet sich nur wenige 100 Meter entfernt vom Kloster: unter den blauen Markisen der „Pastelaria de Belém“. Die Bäckerei gilt als Geburtsstätte der Pastéis de Nata, Portugals Weltgourmeterbe sozusagen. Die runden Desserthäppchen aus Blätterteigschälchen, die mit geflammter Vanillecreme gefüllt sind, gibt es in Portugal an jeder Ecke – und in jedem portugiesischen Café irgendwo sonst auf der Welt. Eine nationale Spezialität, die im gediegenen Restaurant genauso serviert wird wie an der Autobahnraststätte. Dazu bestellt man einen bica, also einen Espresso, oder einen galão, die portugiesische Variante des Milchkaffees.

Das moderne Lissabon findet man auf dem Ausstellungsgelände der Expo98 im Parque das Naçoes. Auf 340ha finden Sie ein Wunderwerk modernster Architektur, unterirdische Kachelgalerien, Spazier- und Radwege entlang dem Tejo, das dreigeschossige Einkaufszentrum Vasco da Gama, das mit seiner Architektur an die Seefahrt erinnert, dazu eine Gondelbahn, mit der man 20m über dem Uferrand des Tejo schwebt und auf Höhe des Ocenario endet - eines der grössten Aquarien weltweit mit einer überraschenden Präsentation der Unterwasserwelt. Ein wahrhaftes Meeresparadies, schon alleine wegen der ausgefallenen architektonischen Konzeption ein Muss für jeden Lissabonreisenden. Keine Attraktion zieht mehr Besucher an; jährlich sind es über eine Million.


So kommen Sie hin:
Nonstop ab Zürich mit Swiss oder TAP

So kommen Sie herum:
Mit der Strassenbahn, Metro, zu Fuss und/oder per Velo

Wie lange soll ich hin:
3 - 4 Tage

Beste Reisezeit:
Frühling bis Herbst

Highlights:
Tram 28 und 12, Miradouros, Stadtteile Graça und Belem, Ocenario

Lecker essen:
Solar dos Presuntos, hier kehren auch Benficas Fussballer ein

Hoteltipp:
Albergaria Senhora do Monte, zentral und nicht zu teuer

Mehr Infos:
www.visitlisboa.com


Impressionen

Aufgezeichnet von Michael Bachmann
Weitere Reisebilder unter www.kissed-by-nature.com