Sie gilt als die sonnenreichste Insel im Mittelmeer. Doch Zakynthos hat weit mehr zu bieten als „sun, fun and nothing to do“. Das griechische Eiland ist ein Paradies für Höhlentaucher, Familien und Tierfreunde.

Zakynthos ist mit einer Fläche von etwa 408 km² nach Korfu und Kefalonia die drittgrösste und südlichste der grösseren Ionischen Inseln. 1953 wurde der gleichnamige Hauptort der Insel durch ein Erdbeben und eine Feuersbrunst fast komplett zerstört. Im städtischen Kunstmuseum steht ein Modell der Stadt vor dieser Katastrophe. Zu den Sehenswürdigkeiten der Stadt gehören zwei weitere Museen: das neue Byzantinische Museum mit wichtigen Kunstwerken der Epoche, sowie das Museum und Mausoleum der Nationaldichter Solomos und Kalvos. Am liebsten halten sich die Touristen und Einheimischen – mich eingeschlossen - an den wunderschönen Stränden auf. Davon gibt es viele kleine, leicht abfallende, was die Insel besonders attraktiv für Familienferien macht. Kalamaki zum Beispiel bietet feine, weisse Sandstrände und Dünen, aber auch Klippen. Fürs Klippenspringen ist auch Porto Zorro bekannt. Schnorchler und Taucher erkunden gern die dortige Unterwasserwelt. Surfer zieht es eher an die Nordostküste. Die Strände der Westküste sind oft nur über Wasserwege erreichbar, weshalb sie auch in der Hochsaison nicht überbevölkert sind. Dort findet sich auch einer meiner beiden Lieblingsplätze der Insel: die nur vom Meer zugängliche Navagio-Bucht mit dem Schiffswrack von Zakynthos. Das Wrack des Küstenmotorschiffs „Panagiotis“ liegt auf einem kleinen Strand, umgeben von bis zu 200 Meter hohen, senkrecht hinaufragenden Felswänden, über denen sich eine kleine Plattform befindet. Sie ist der einzige Aussichtspunkt, welcher von der Landseite aus einen Blick auf das Wrack erlaubt und ein lohnender Tagesausflug. Das Schmugglerschiff strandete im Oktober 1980, als es bei stürmischer See von der Küstenwache verfolgt einen Maschinenschaden erlitt und führerlos mit seiner illegalen Ladung von Zigaretten in der ehemals „Agios Georgios“ genannten Bucht strandete. Die Besatzung des Schiffes konnte sich retten. Wer schon im Norden unterwegs ist, sollte auch die blauen Grotten beim Kap Skinari besuchen, die man für wenig Geld mit kleinen Booten besichtigen kann. Das Wasser dort reflektiert in den verschiedensten Blautönen. Und ein zweiter Ort hat es mir angetan: Auf einer kurzen Rundwanderung erreicht man den Mizithres-Felsen an der südwestlichen Küste der Insel nahe der Ortschaft Keri.

Allgemein müssen Sonnenanbeter darauf achten, dass sie es sich nicht an einem der geschützten Strandabschnitte bequem machen. Diese gehören zum nationalen Seepark, der zum Schutz der Seeschildkröte eingerichtet wurde. Die vom Aussterben bedrohte Unechte Karettschildkröte (Caretta caretta) nutzt die Strände im Süden der Insel entlang der Bucht von Laganas als Nistgebiet. Zwischen 850 bis 2000 Eiablagen der Unechten Karettschildkröte werden pro Jahr gezählt. Ab Anfang Juni kommen die weiblichen Tiere an die südlichen Strände, um in der Nacht ihre Eier im Sand zu vergraben. Die Brutzeit beträgt etwa 55 Tage. Die geschlüpften Jungen machen sich sofort auf den Weg in das offene Meer. Es ist sehr wichtig, die Gelege zu schützen, da die Überlebensrate der Jungen sehr gering ist. Nur eine bis zwei Schildkröten schaffen es aus etwa 1000 Eiern.

Wer Strandferien und Nachtleben verbinden möchte, quartiert sich in Laganas ein. Eine beliebte Alternative zu Hotels sind übrigens auf der ganzen Insel Ferienwohnungen und Villen. Laganas bietet neben einem kilometerlangen Sandstrand unzählige Tavernen, Clubs und Bars. Na dann: „Yamas“!


So kommen Sie hin:
Nonstop ab Zürich mit Edelweiss

So kommen Sie herum:
mit Mietwagen zB www.billiger-mietwagen.de

Wie lange soll ich hin:
1 bis 2 Wochen

Beste Reisezeit:
Mai bis Oktober

Highlights:
Navagio-Schiffswrack, Keri-Felsen, Laganas mit den Schildkröten

Mehr Infos:
www.zakynthos.net.gr


Aufgezeichnet von Michael Bachmann
Weitere Reisebilder unter www.kissed-by-nature.com